Spotify? Nein, Danke.

Ihr kennt ja alle Spotify, oder habt zumindest schon davon gehört. Der derzeit grösste Musik-Streaming-Anbieter hierzulande bringt es natürlich mit sich, dass auch nach unserem neuen Album gefragt wird. Ich kenne einige Leute, die Spotify nutzen, und ein grosser Teil davon zahlt auch rund 10€ im Monat für die sogenannten Premium-Features.

Nun haben wir ja kürzlich unsere neues Album veröffentlicht, und ihr werdet Euch fragen: Wann gibts das auf Spotify? Die Antwort: Wahrscheinlich gar nicht.

Von den 10€, die mancher für den Dienst zahlt, kommen bei uns 0,01$ an. Ein amerikanischer Cent. Das haben wir von einer Songwiedergabe auf Spotify. Dann doch lieber gar nichts. Und es ist ja nicht so, dass Spotify uns händeringend im Katalog haben möchte. Nein, wir als kleine Band müssen uns an einen Dienstleister wenden, quasi ein Zwischenhändler, der unsere Musik in den Spotify Musikkatalog bringt. Und das kostet natürlich. Nicht nur einmalig, sondern wiederkehrend. So wie ihr Spotify abonnieren könnt, müssen wir das auch tun – nur eben von der anderen Seite.

So haben wir bei Spotify ein ähnliches Verhältnis wie bei der GEMA: Wir als Band gehen in Vorkasse, und mit Glück sehen wir etwas von unserem Geld wieder. Das Prinzip finden wir nicht fair. Deshalb haben wir uns für Bandcamp entschieden. Dort könnt ihr auch das komplette Album jederzeit und unbegrenzt streamen, ohne dafür zahlen zu müssen. Wenn ihr euch dann dazu entscheidet, unsere Musik auch ohne Internetverbindung bei euch haben zu wollen, zahlt ihr einmalig 10€ für den Download (bzw. 12 + 1,50€ Versand für die CD), und könnt dann damit machen, was ihr wollt.

Der Vorteil für uns? Wir sind nicht in der selben Abhängigkeit wie bei Spotify. Bei Bandcamp werden 10, maximal 15% Eures Geldes vom Dienstleister einbehalten. Das ist weit weniger, als die 30%, die iTunes behält. (Ja, iTunes ist auch bei unserem Dienstleister für den Spotify-Katalog mit drin, ebenso Google Play, Amazon und was weiß ich nicht alles.) Und das ist mehr als dieser eine Cent, den wir für eine Wiedergabe eines Liedes auf Spotify kriegen. Wir fühlen uns bei Bandcamp eher als Partner, und nicht so wie bei Spotify etc. als Bittsteller.

Natürlich haben wir noch einen eher kleinen Bekanntheitsgrad, weswegen wir jede Möglichkeit uns bekannter zu machen nutzen sollten. So könnte ein Einwand lauten. Aber hey – gebt doch euren Freunden einfach den Bandcamp-Link, da können sie uns auch hören!

Noch eine kleine Abschlussbemerkung: Unser erstes Album, „Hallo, Psyche.“ wird für ein weiteres Jahr auf Spotify (und in den anderen Katalogen) bleiben. Aber auch das kriegt ihr über Bandcamp.

  4 comments for “Spotify? Nein, Danke.

  1. 20. Mai 2015 at 22:07

    Soweit ich weiß nimmt Spotify auch 30% und betont ja sogar immer, dass es doch eher wenig sei. Angesichts von Millionen Premium-Nutzern, die 10 Euro/Dollar pro Monat zahlen und Einnahmen durch Werbung fände ich es allerdings auch nur gerecht, wenn mehr bei den Künstlern ankommen würde. Natürlich ist es auch eine gute Werbeplattform, aber eben nur für einige wenige, die das Glück haben, dann durch die Empfehlungen millionenfach gespielt zu werden. Von daher kann ich auch Künstler wie will I am verstehen, die sich von Spotify distanzieren, weil sie vor allem die etwas unbekannteren Küsntler nicht gerecht bezahlen.

  2. 29. Februar 2016 at 12:09

    Ich bin auch der Meinung, man muss nicht alles machen, was gerade Trend ist. Ich persönlich lehne die Musik-Streaming-Dienste auch komplett ab.

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